54. ADAC RAVENOL 24h Nürburgring


24h Nürburgring Podium

Mit riesiger Vorfreude ging es für mich am Mittwoch zum legendären 24h Rennen an den Nürburgring und das nicht als Zuschauer! Ich startete zusammen mit Lutz Obermann, Dennis Leissing und Markauf dem Cupra León Competición TCR mit der Startnummer #577 in der TCR-Klasse. Drei weitere Fahrzeuge nahmen in dieser Klasse teil und komplettierten das 161 Autos starke Starterfeld rund um Max Verstappen.

Am Donnerstag und Freitag standen für uns die drei Qualifyingsessions auf dem Programm. Bei abwechslungsreichen Bedingungen konnte ich in Qualifying 1 die schnellste Runde setzen, welche allerdings meine allererste Runde war und zusätzlich durch Code 60 verlangsamt wurde. Bei trockenen Bedingungen in Q1 & Q3 kämpften wir ansonsten immer gegen Bremsprobleme, was wirklich schnelle Runden verhinderte.

Im nassen Q2 konnte ich meine allerersten Runden bei Dunkelheit fahren, welche mich total begeisterten! Eine unglaubliche Atmosphäre und eine riesige Herausforderung in Kombination mit Nässe und Nebel. Im Bereich Breidscheid gab es sogar das erste Feuerwerk als Zelebrierung der Fans.

Aber auch dort konnten wir leider keine für das Gesamtergebnis entscheidende Runde fahren und positionierten uns nach den drei Qualifyings auf Platz 3 in unserer Klasse. Die Bremsprobleme konnte das Team zum Glück beheben und uns blieb eine letzte Warm-up Session am Samstagmorgen, um alles nochmal zu checken. Freitagabends wurde nämlich unser Cupra komplett revidiert, um mit möglichst wenig Laufzeit der wichtigsten Teile ins Rennen zu starten. Darunter war auch das Getriebe, welches uns am Samstagmorgen aber einen Strich durch die Rechnung machte, denn nach drei GP-Strecken Runden rollte ich mit einem Getriebeschaden aus. Dadurch fiel auch unser Funktionstest aus und bis zum Rennstart war einiges zu tun.

Das Team setzte alles daran, das Auto bis zum Start in drei Stunden wieder fit zu machen. Dies gelang und wir konnten das 24h Rennen mit einem Hinterherstarten aus der Boxengasse aufnehmen! Lutz konnte schnell viele Positionen gutmachen und alle Probleme des Cupras waren behoben. Über die Dauer des gesamten Rennens mussten wir zwar immer mal wieder Reparaturpausen einlegen, um z.B. eine Antriebswelle zu tauschen oder eine defekte Vorderachsaufhängung instand zu setzen, aber diese Themen gehören zu einem 24h Rennen dazu.

Meinen ersten Stint fuhr ich von 20 Uhr bis kurz nach 22 Uhr in die untergehende Sonne und den einsetzenden Regen hinein. Ein extremer Reifenpoker direkt zum Anfang, welchen ich mit Slicks richtig entschied, verbesserte unsere Position zwischenzeitlich auf Platz 2. Nach ein paar Runden musste ich dann eine halbe Runde mit Slicks im Nassen absolvieren, woraufhin wir auf die Regenreifen wechselten. Schnell begann es abzutrocknen und beim nächsten Tankstopp, mittlerweile in der Dunkelheit, kamen wieder Slicks aufs Auto. Ein sehr interessanter und herausfordernder Stint, aber genauso soll das 24h Rennen sein.Nach einer kurzen Reparatur des Autos und einer Stunde Schlaf für mich stieg ich um kurz nach 5 Uhr wieder ein. Diesmal war es trocken, aber eine neue Herausforderung stellte sich zur Schau, denn das Lenkrad stand durch einen vorhergegangenen Schaden schief. Acht Runden mit wechselnden Lichtverhältnissen und der andauernden Aufholjagd ließen mir glücklicherweise keine Chance zur Müdigkeit.

Eine Stunde Schlaf weiter, ging es um 11 Uhr für meinen spaßigsten und besten Stint wieder zurück ins Auto. Frische Reifen und deutlich gesteigertes Vertrauen zum Auto, trotz schiefstehender Lenkung, führten zu Bestzeiten mit unserem TCR. Durch viele Code 60 Phasen konnte ich nicht das gesamte Potenzial zeigen, aber mit einer theoretischen Bestzeit von 9:04 min im mittlerweile leicht mitgenommenen Cupra war ich ganz happy.

Die Zeiten passten auch, um im GT4-Feld mitzuschwimmen und einige Positionskämpfe auf Augenhöhe zu gewinnen! Nach diesem Hoch kam direkt der nächste Dämpfer, denn es schien sich ein erneuter Antriebswellenschaden anzukündigen. Aktuell auf Platz 3 liegend, hatten wir nach vorne nur noch geringe Chancen, aber nach hinten wurde es enger, was bedeutete, dass es wichtig war weitere Runden abzuspulen. Somit fuhr ich die letzten 1h 30min mit Rundenzeiten von weit über 10 Minuten, um das Auto ins Ziel zu retten und dies gelang mir. Wir kreuzten nach aufregenden, nervenaufreibenden, aber vor allem spaßigen und besonderen 24h auf der Nürburgring Nordschleife auf Platz 3 die Ziellinie. Die Freude war riesig, Podium und Zielankunft!

Die Wirkung dieses Ereignisses hat ein paar Tage wirken müssen, denn am Sonntag war meine Freude durch die vielen Zwischenfälle etwas gedämpft. Mit ein paar Tagen Abstand wurde mir erst wirklich bewusst, was es bedeutet, an diesem Rennen teilgenommen und es beendet zu haben, denn das gesamte Team und wir Fahrer haben zu jedem Zeitpunkt alles gegeben! Ein Kindheitstraum ist wahr geworden und ich bin stolzer Besitzer eines Pokals des 24h Nürburgring Rennens!

Der nächste Lauf der Nürburgring Langstrecken Serie steht am 19.-20.06 für mich wieder im Porsche Cayman GT4 CS auf dem Programm.

Euer Max